Beispiel 3
Betriebliches Eingliederungsmanagement am Hamburger Flughafen - ein Verfahren, das alle überzeugt
Als eines der ersten Unternehmen in Hamburg hat sich die Flughafen Hamburg GmbH bereits Ende 2004 / Anfang 2005 zur Einführung des betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) entschlossen.
Die Personalabteilung wurde von BIHA über die entsprechende gesetzliche Regelung informiert. Im Beratungsprozess wurden durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Grundsatzreferat Möglichkeiten einer angemessenen betrieblichen Umsetzung für die spezifischen Anforderungen des Flughafens entwickelt.
Seit Januar 2006 wird das Verfahren erfolgreich durchgeführt. In mehr als 180 Fällen wurde Mitarbeitern ein BEM angeboten. Und in über 90 % der Fälle haben die Mitarbeiter/innen das Angebot angenommen.
Mittlerweile ist das BEM in der Belegschaft mehr und mehr etabliert und führt zu einem verbesserten innerbetrieblichen Umgang mit Problemen am Arbeitsplatz. Die Mitglieder des Präventionsteams werden von den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als vertrauensvolle und kompetente Fallmanagerinnen geschätzt.
Die Belegschaft erfährt, dass sich das Unternehmen um die Mitarbeiter/innen kümmert und bei Problemen nach Lösungen und Unterstützungsmöglichkeiten sucht.
Vorrangiges Ziel ist dabei die Erhaltung der Beschäftigungsfähigkeit am ursprünglichen Arbeitsplatz ist. Dies nutzt dem betroffenen Mitarbeiter, den Kolleginnen und Kollegen, dem Unternehmen und den sozialen Sicherungssystemen.
Arbeitgeber und Arbeitnehmer übernehmen verstärkt die gemeinsame Verantwortung für einen besseren Umgang mit Gesundheit am Arbeitsplatz.
Für schwerbehinderte Menschen verbessern sich die Teilhabemöglichkeiten.
Signale für mögliche Probleme am Arbeitsplatz werden systematisch und früh erkannt, so daß es verbesserte Lösungsmöglichkeiten gibt.
Aus jedem Einzelfall lernt das Unternehmen - und entwickelt Möglichkeiten für eine nachhaltige Prävention.
Strukturen und Knowhow für einen dauerhaft verbesserten Umgang mit dem Thema Gesundheit, aber auch mit den Herausforderungen älter werdender Belegschaften werden aufgebaut.
Risiken der Personaleinsatzplanung können minimiert werden. Mittelbare und unmittelbare Folgekosten von Arbeitsunfähigkeit werden reduziert.
Was macht den Erfolg des Verfahrens im Flughafen aus?
1. Eine eindeutige Entscheidung der Leitungsebene für die Einführung des Verfahrens, die Formulierung positiver Ziele und die Entwicklung einer unterstützenden Grundhaltung.
2. Kompetente Beratung und Unterstützung durch externe Fachleute bei der Entwicklung eines ans Unternehmen angepassten Verfahrens.
3. Eine frühzeitige, offene und umfassende Information der Belegschaft in einem differenzierten Prozess der betriebsinternen Kommunikation des Verfahrens.
4. Die frühzeitige und gezielte Einbindung von Vorgesetzten und Führungskräften.
5. Die enge und ausdauernde Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat. Und die gegenseitige Bereitschaft, Vertrauen zu entwickeln in die positive Grundhaltung des Verfahrens und in die Verhandlungspartner.
6. Der Aufbau eines verbindlichen Fallmanagements und die gemeinsame Qualifizierung der beteiligten Personen (Personalabteilung, Betriebsrat und Schwerbehindertenvertretung).
7. Die Bereitschaft und die Fähigkeit, den dynamischen Prozess des BEM für den Aufbau weiterer Kompetenzen in diesem Aufgabenfeld zu nutzen, um zukünftigen Herausforderungen besser gewachsen zu sein.
Heute bilden Arbeitgeber und Interessenvertretung im Rahmen des BEM ein Präventionsteam, das an einem gemeinsamen Strang zieht. Konstruktiv, klar und konsequent wird die positive Haltung des „Flughafen-BEM“ umgesetzt und an einer wichtigen, lohnenswerten und zukunftsträchtigen Aufgabe mitgearbeitet.
Längst nicht alle anfallenden Probleme können kurzfristig zur Zufriedenheit aller gelöst werden.
Aber das Verfahren und die gelebte und alltägliche Praxis schaffen die Vorraussetzung dafür, dass mittelfristig in immer mehr Fällen kreative Unterstützungsmöglichkeiten gefunden werden, und dass es langfristig möglicherweise weniger Fälle geben wird, in denen ein BEM erforderlich sein wird.
Ansprechpartner für das Betriebliche Eingliederungsmanage-
ment bei der Flughafen Hamburg GmbH:
Herr Rüdiger Schlott
Zentralbereich Personal
Referent Grundsatzfragen
Tel. 040 / 5075 – 1529
rschlott@ham.airport.de

